Die letzten Stunden vor Eröffnung der Basel World 2012
Auf 160'000 Quadratmetern machen sich 1850 Aussteller fein für die Eröffnung der Uhren- und Schmuckmesse. Im Moment laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren.
Es ist fast alles bereit für Donnerstag, wenn der Basler Regierungsrat Christoph Brutschin zusammen mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann das Band durchschneidet und damit die Basel World 2012 offiziell eröffnen wird. Brutschin freut sich auf Basels wichtigste Messe: «Während der Basel World liegt durch die vielen internationalen Besucher immer ein ganz spezielles Flair in der Luft.» Heute jedoch bereitet er aber noch seine Eröffnungsrede in englisch vor – sogar im Tram ist er anzutreffen, wie er über dem mehrere Seiten umfassenden Skript brütet. «Ich nutze jeden Moment, die Rede zu verinnerlichen», meint er schmunzelnd und steigt am Marktplatz aus.
Kein Aufwand wird gescheut
Für die Aussteller bedeuten die acht Messe-Tage einen ungeheuren logistischen Aufwand. Jede Marke versucht sich im besten Licht zu präsentieren und baut dafür prunkvolle Pavillons, die locker Einfamilienhaus-Dimensionen erreichen. Jetzt herrscht noch hektisches Treiben beim Aufbau in den Hallen: Überall bestücken Samthandschuhe-tragende Aussteller ihre Vitrinen. Eine sehr gefragte Berufsgruppe sind Floristinnen, die den Prunk mit wohlduftenden Orchideen sowie anderen Blumen und Pflanzen ergänzen. Im Parterre gestaltet Aline Kobel mit ihrem 13-köpfigem Team noch etliche Blumen-Arrangements – zumeist Last-Minute-Bestellungen der Aussteller, wie sie etwas gestresst sagt.
Oben, in den Gängen der Ausstellungshallen, kreuzen sich überall uniformierte Sicherheitsleute mit Pallet - Rollis, beladen mit kostspieliger Ware. Quer über den Messeplatz findet ebenfalls ein solcher Schmucktransport zu Fuß statt: Die zwei Metallcontainer sind zwar nur etwa so groß wie Bürokorpusse. Doch die Eskorte durch einen Sicherheitsmann mit matt-schwarzer, gefährlich aussehender Nahkampf-Schrotflinte und kugelsicherer Weste lässt den enormen Wert der Ware erahnen.
Teures Sicherheitskonzept
Für die Sicherheit geben wir Unsummen aus, so Messe – Schweiz - CEO René Kamm. Mit einem Knopfdruck ließen sich beispielsweise alle elektronischen Schlösser der mehreren Hundert Ausgänge augenblicklich verriegeln oder neu codieren. Weitere Details zum Sicherheitskonzept waren Kamm aber nicht zu entlocken. Doch er betont, dass im Vergleich zum ungeheuren Wert der Ausstellungs-objekte, die Vorkommnisse verschwindend klein seien. Der letztjährige Diamantenraub zeige aber, eine absolute Sicherheit gäbe es nicht. Der Coup war von einer professionellen Bande minutiös vorbereitet gewesen, wie die Polizei kürzlich mitteilte.
Basler Zeitung
07.03.2012